Angstaufgabe Fenstereinbau

Nun ist es also soweit…das erste zusätzliche Fenster soll Licht in Bruno’s doch noch recht dunklen Innenraum  bringen.

Vor diesem Projekt hatten wir denke ich den meisten Respekt, schließlich bohrt und sägt man nicht alle Tage in das eigene Auto und wenn das erste Loch gebohrt ist, gibt es auch kein Zurück mehr, dann muss man die Sache durchziehen.

Vorab gilt es noch, sich für das passende Fenster zu entscheiden, sowohl was die Form als auch die Größe betrifft. Wir haben uns für ein Ausstellfenster, anstelle eines Schiebefensters, entschieden, da wir dieses auch bei Regen leicht geöffnet lassen können ohne dass es im Innenraum nass wird. Außerdem sind hier direkt Fliegen-, als auch Verdunklungsrollo integriert, was natürlich super praktisch ist. Was die Größe angeht…wir wollten es so groß wie möglich, aber das gibt uns unser Auto natürlich vor. Man muss auch bedenken, dass man selbst noch einen extra Holzrahmen für das Fenster bauen muss, welcher größer als der eigentliche Fensterrahmen ist. Daher haben wir uns für eine Seitz S-4 Ausstellfenster in der Größe 70x40cm entschieden, da dieses genau in den vom T5 vorgegebenen Rahmen passt.

So…aber nun wirklich zum Einbau…nun ja, noch nicht ganz. Wie geschrieben mussten wir noch einen Rahmen aus einfachen Latten (24 x 44 mm) bauen.Wir dachten, dass20180218_124424.jpg machen wir mal eben so kurz fertig und dann fahren wir noch los und bauen das Fenster ein. Pustekuchen…  Die Rahmenbastelei hat uns 2h gekostet, weil wir uns anscheinend nicht auf unsere Stichsäge verlassen können, bzw. auf den ach so tollen Laser, der einem ja eigentlich zu einem geraden Schnitt verhelfen sollte… (Dass wir unsere nicht ganz geraden Schnittkannten dieser tollen  Laser-Funktion zu verdanken hatten, stellten wir allerdings erst an anderer Stelle fest, aber dazu später mehr). Beim ersten Schnitt dachte ich noch es wäre gerade geworden, aber dem war leider nicht so…nach dem zw20180218_125700.jpgeiten Schnitt das Gleiche…einfach nicht gerade. Wir hatten die Nase gestrichen voll und griffen zur Handsäge, der Schnitt wurde tatsächlich ordentlicher. Trotzdem musste überall nachgefeilt werden, was natürlich extra Zeit kostet.

Glücklicherweise hatten wir hierzu unser neu zugelegtes Multifuntionswerkzeug mit Schleifaufsatz, so ging das zumindest einfach von der Hand. Nachdem also alles gesägt, gefeilt und dank der Winkelspanner im 90° Winkel zusammengeschraubt war, waren bereits 2 Stunden vergangen und uns stand nicht mehr der Sinn danach auch noch in Bruno zu sägen. Man hat dann solche Gedanken wie: “ Wir bekommen es nicht mal hin solch dünne Latten gerade zu sägen, wie soll das erst beim Ausschnitt für’s Fenster werden?!“. Daher wurde die Hauptaufgabe noch einmal vertagt. Wie man merkt ist Brunos Umbau auch manchmal eine mentale Herausforderung. Aber wir werden von Hürde zu Hürde besser!

Dann war es soweit, das Fenster soll endlich an seinen vorgesehenen Platz, anstatt bei uns im Wohnzimmer unnötig Platz einzunehmen. Wir machen uns auf den Weg nach Heinsberg, bzw. in ein nahe gelegenes Dorf. Dort wohnt nämlich Anna’s Schwester samt Familie und glücklicherweise können wir uns dort einfach vor’s Haus stellen und haben auch den benötigten Strom. Dass wir auch noch an anderer Stelle sehr froh sein können das hier gemacht zu haben, sollte sich später noch herausstellen.

Es geht also los, zuerst vier Löcher für einen kleineren Ausschnitt bohren, da wir ein kleines Blech für das Loch im Boden gebrauchen können, welches wir ja immer noch verschließen müssen. Und dann wird die Stichsäge angesetzt, das erste Mal in Metall sägen, zum Glück ist dieser Ausschnitt gleichzeitig eine Art Übungsausschnitt und es ist nicht so schlimm, wenn etwas schief geht, bzw. schief wird…denn genau so kommt es… zwei Seiten schief und das auf nur 13cm Länge, wie sollte das nur bei 70 cm werden?! Ich bin schon wieder am verzweifeln, aber Anna als mein Ruhepol meint ob sie es nicht mal versuchen soll. Mir ist nicht ganz wohl dabei, nicht, weil ich ihr das nicht zutraue, viel mehr, weil sie noch nie eine Stichsäge in der Hand hatte. Aber ich habe es mit meiner „Erfahrung“ ja nicht hinbekommen, also konnte es nur besser werden und da sie sowieso die ruhigere Hand hat kam es auch genau so. Die zwei verbliebenen Seiten waren auch nicht zu 100% gerade, aber es waren Abweichungen mit denen man leben konnte.

Nun also an den richtigen Fensterausschnitt, alles noch gefühlte 10 Mal abmessen, Löcher in die Ecken bohren, Malerkreppband aufkleben, damit der Lack nicht vom Stichsägenschuh beschädigt wird und dann kann’s losgehen. Noch einmal tief durchatmen…puhhhh… und die Säge startet. Nach dreiviertel des Weges stoppt Anna…wieder schräg…ca. einen halben Zentimeter vom Weg abgekommen, wie konnte das denn jetzt wieder passieren?! Aber ich habe genau beobachtet wie Anna gesägt hat, sie hat sich  nur auf den Laser konzentriert, so wie ich auch immer, man sollte sich ja eigentlich auch darauf verlassen können. Trotzdem, ich rate ihr, die nächste Seite ohne den Laser zu schneiden und sich nur auf das Sägeblatt auf dem Strich zu konzentrieren. Sie beendet noch die begonnene Seite, so eine Abweichung auf einer Seite ist okay, und dann kommt die Unterkante…70cm… Sie setzt an,  konzentriert sich auf das Sägeblatt (ich20180224_170847 halte von Innen dagegen, damit das Blech nicht so schwingt, das ist nämlich nicht zu unterschätzen), zieht durch und hinterlässt einen tollen geraden Schnitt! Wahnsinn! Uns fallen tausend Steine vom Herzen. Blöder Laser! Die zwei letzten Seiten gehen dann direkt viel besser von der Hand und wir sind mächtig stolz auf uns, bzw. ich bin mächtig 20180224_170908stolz auf Anna! Ich hätte nämlich beinahe „aufgegeben“ und Anna’s Schwager gefragt ob er uns hilft. Aber sie wollte es selbst durchziehen und das war auch gut so, denn selbst ist die Frau!

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Trotzdem hat er uns dann noch beim Flexen geholfen, wofür wir sehr dankbar waren, da ich dies seit zwei Jahren nicht mehr gemacht habe und hier einfach nichts schief gehen durfte. Einmal dabei, war er auch nicht mehr zu halten und so hat er noch die Kanten abgeschliffen und Sikaflex auf dem Fensterrahmen aufgebracht. Ich hab dann noch Lack und Korrosionsschutz auf den Blechkanten verteilt, sodass uns da bloß nichts rostet. Dann kam noch ein Freund der Familie vorbei und hat nach dem Einsetzen des Fensters (es passte zum Glück perfekt) mal eben die beste Dichtungsnaht außen um den Rahmen gezogen, die man sich nur vorstellen kann! Es ist toll, wenn man eine Familie hat, die so selbstverständlich hilft und dazu noch Freunde die einfach mit anpacken!

Ich glaube man sieht im Video, dass wir die ganze Zeit unglaublich angespannt waren und es war auch wirklich ein wahnsinnig anstrengender Nachmittag, vor allem für unsere Nerven . Wir haben insgesamt 4h gebraucht und nur 2h davon waren aktive Arbeitszeit. Die anderen 2h verbrachten wir mit nachdenken, zweifeln, doppelt und dreifach nachmessen, verzweifeln und und und… Aber am Ende ist alles gut gegangen und wir können umso stolzer auf uns sein, so etwas geschafft zu haben! Chakka!

Natürlich geht an dieser Stelle auch nochmal ein ganz großes Dankeschön an unsere Helfer!!! Toll, dass es euch gibt!

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